An einem kühlen Sonntag, dem 20. April 1997 befanden wir uns mit 3 Motorrädern auf der Heimfahrt von unserer Massiv Central Tour. Wir durchquerten die Französische Jura und waren trotz Sonne recht ausgekühlt durch das Gemisch aus Kaltluft, Wolken und Graupelschauern - brrr.

Wir hatten Besancon weiträumig umfahren und wollten bei Baume-les-Dames auf die Autobahn und dann flink nach Hause.
Als Besitzer der Landkarte und Dauer-Tourguide fuhr ich mit meiner 1 Monate neuen und 2500 Km alten XJR1200 vorne, Achims XBR 500 und Günters VMax folgten.

Vor Baume-les-Dames näherten wir uns einer typischen kleinen Landstrassen- Kreuzung, die Geschwindigkeit dürfte nur zwischen 70 - 80 Km/h gelegen haben. Der weiße Peugot 205 näherte sich von rechts und hielt an - klar, wir hatten ja Vorfahrt.

Als ich bis auf 30 Meter an die Kreuzung herangefahren war, setzte er sich in langsam in Bewegung und überquerte die Fahrbahn - die Tür war zu, ich konnte nicht mehr ausweichen. Kurz vor dem Aufprall schaltete sich mein Bewußtsein noch gnädig ab und dann war für mich das Licht aus.

Das Polizei-Protokoll wieß 14:35 Uhr aus.

Der Peugot Fahrer gab zu, nie nach links geschaut zu haben, ein PKW oder LKW hätte ihn das Leben kosten können. Fotos bewiesen, daß die XJR mit blockiertem Vorder- und Hinterrad eine Doppel-Bremsspur von etwa 7 m nach links gezogen hatte, bevor sie mit mir in die Fahrertür einschlug.
Die Schäden waren heftig. Der Peugot war Totalschaden, die Bodenstrebe war 10 cm tief geknickt, ebenso Tür und Dachkante (!) eingedrückt. Der Fahrer war mit dem Schrecken davon gekommen, die Seitenscheibe muß ihm um die Ohren geflogen sein - den Burschen habe ich nur nachträglich auf den Foto's gesehen.

Die XJR war ebenfalls im Eimer, die Gabel war bis zum Tank zurückgewandert und hatte wohl beim Durchfedern den Tank und den Zylinderkopf beschädigt. Dazu kam noch viel Kleinholz vom Umfallen und Rutschen.